Aktuelle Fälle


Internetbetrug:


Anlagetipps von vermeintlichen Beratern über Soziale Medien und Werbungen im Internet können viel Geld kosten. Der europaweite Schaden durch Anlagebetrügereien beziffert sich im Milliardenbereich. Laut Mitteilung der Finanzmarktaufsicht Österreich betrafen dabei 55% der Betrügereien Kryptowährungen. Der Schaden beziffert sich pro Opfer im Schnitt in Höhe von EUR 40.000,00.


Das gleiche Schema wiederholt sich regelmäßig. Ein klassischer Fall läuft dabei wie folgt ab:


Ein Opfer meldete sich aufgrund einer verlockenden Werbung über einen Link per Facebook wie zum Beispiel auf der Website www.pnladvanced.com an und gibt seine E-Mail-Adresse als auch seine Telefonnummer bekannt.


Es meldet sich daraufhin ein Berater beim Opfer und empfiehlt eine erste Zahlung von rund EUR 250,00 über Kreditkarte oder Banküberweisung. Der Berater unterstützt dabei das Opfer via Fernwartungssoftware Anydesk und hat damit unmittelbaren Zugriff auf den Laptop des Opfers bei der Öffnung des vorgespiegelten Depots. Der Berater nimmt dabei die erste Zahlung vor.


Aufgrund der laufenden Kommunikation mit dem vermeintlichen Berater via WhatsApp und der auf der Plattform vorgespiegelten angeblichen Erträge folgen mit Unterstützung des Beraters via Anydesk weitere Überweisungen auf diverse Konten in Österreich, Deutschland, Litauen, England, Montenegro, Tschechien.


Nach den ersten am Depot des Opfers vorgespiegelten angeblichen Gewinnen wird das Opfer zu neuen Zahlungen zur Maximierung der Gewinne aufgefordert. Falls das Opfer bekannt gibt, über keine weiteren Geldmittel mehr zu verfügen, versucht der Berater zu weiteren Geldern zu gelangen, indem er vorgibt, dass man das Geld dringend für Versicherungen benötigen würde und die Einzahlung die Auszahlung der Gewinne voraussetzt.


Wie bei diesem Betrugssystem üblich ist der Berater in Folge schwer erreichbar und vertröstet das Opfer hinsichtlich der zugesicherten Auszahlungen.


Es meldet sich dann regelmäßig ein weiterer Mitarbeiter beim Opfer, entschuldigt die schwierige Kommunikation mit dem Kollegen und ersucht zur raschen Abwicklung um weitere Zahlungen. Diese (letzte) Überweisung sei rein technischer Natur zur Ingangsetzung der Rückzahlungen und werde dieser Betrag auch unverzüglich innerhalb einer Stunde zurückbezahlt werden. Erwartungsgemäß verlauft auch die weitere Kommunikation nach der Letztzahlung im Sande.


Zuletzt wendet sich eine angebliche ausländische Anwaltskanzlei mit klingendem Namen beim Opfer und gibt vor bei der Einbringlichmachung der Gelder zu unterstützen. Nach Zahlung eines weiteren Geldbetrages verläuft auch diese Kommunikation ergebnislos.


Nur durch rasches Handeln besteht die Hoffnung den Schaden zu minimieren. So konnten beispielsweise durch die WKStA Wien Bankkonten der Täter in Bulgarien sichergestellt werden. Im darauffolgendem Strafverfahren wurde der Haupttäter zu 4 Jahren Haft verurteilt und den Opfern der Schaden zugesprochen. Gerne stehen wir dabei zu Ihrer Unterstützung zur Verfügung.


Geschlossene Immobilienfonds:


Der deutsche Anbieter SHEDLIN vertrieb in Österreich geschlossene Fonds mit Immobilienbeteiligungen in Abu Dhabi, China und in Brasilien.


In Österreich besteht bei geschlossenen Immobilienfonds die Besonderheit, dass dem Anleger der Erwerb der Beteiligung in schriftlicher Form durch eine gesonderte Urkunde zu bestätigen ist. Im Falle der Nichtbestätigung kann der Anleger zeitlich unbefristet vom Vertrag zurücktreten und hat Anspruch auf Rückzahlung des investierten Kapitals samt 4 % gesetzlicher Zinsen.


SHEDLIN hatte keine Kenntnis über die verpflichtete Ausstellung dieser Anlegerbestätigung und können daher Anleger von ihren Verträgen gegenüber der Treuhandgesellschaft AUREUS Treuhand KG zurücktreten. Nach nunmehr gefestigter Judikatur aufgrund der zahlreichen Verfahren von Jörg Zarbl vor dem Obersten Gerichthof in Österreich, beginnend mit der Entscheidung 6 Ob 220/20a, ist die Rücktrittsmöglichkeit gesichert.


Aureus Treuhand KG wechselte durch Umwandlung die Gesellschaftsform, ihren Geschäftsführer und verlegte den Firmensitz offiziell nach München. An der beim Amtsgericht München zu HRA 115167 eingetragenen Adresse c/o Robert Hoffmann, Am Oberwiesenfeld 9, 98089 München ist die AUREUS Treuhand KG jedoch nicht greifbar. 


Tatsächlich werden die Geschäfte, wie insbesondere die Vergleichsverhandlungen, mit dem vormaligen Geschäftsführer Ralf L. über die Rechtsvertretung der AUREUS Treuhand KG geführt.  Bei sämtlichen Fonds wären - laut aktuellen Information von Ralf L. - keine Gelder mehr vorhanden. Die Gelder beim Fond SHEDLIN Middle East Health Care 1 GmbH & Co KG und dem Nachfolgefonds SHEDLIN Middle East Health Care 1 GmbH & Co KG versickerten spurlos im Wüstensand, beim Fonds SHEDLIN Latin American Property 1 GmbH & Co KG wurden weder Immobilien gekauft noch ist das Geld der Investoren vorhanden und beim Fonds SHEDLIN Chinese Property 1 GmbH & Co KG wird es ebenfalls keine Ausschüttungen mehr geben.


Laut Auskunft der AUREUS Treuhand KG beabsichtigt sich diese bei ihren vormaligen Beratern in Österreich zu regressieren, um die zugesprochenen Beträge bezahlen zu können. Zudem werden von Anlegern gegen den nunmehrige Geschäftsführer Robert H. in Österreich Klagen geführt und wurden den ersten Klagen bereits stattgegeben. Weitere Klagen stehen bevor.


Wir werden vom weiteren Verlauf berichten.